Stand 10.09.2018
Erste Grundfutteruntersuchungsergebnisse 2018

Silageernte

Grassilageernte

In der Oberpfalz wurden im Gruber Futtermittellabor schon einige Grundfuttermittel auf deren Futterqualtät untersucht.

Die ersten Analysergebnisse zum Grassilo 1. und 2. Schnitt 2018 liegen vor. Für den 3. Schnitt und die Maissilage lassen sich bereits erste Tendenzen ableiten. Die Grassilagen weisen gute Qualitäten auf. Der Silomais bleibt vermutlich hinter der Futterqualität des Jahres 2017 zurück. Es ist festzustellen, dass 2018 aufgrund der Dürre nicht nur die Erträge, sondern auch die Qualitäten stark schwanken. Lassen Sie deshalb Ihre Silagen auf deren Qualität untersuchen und lassen Sie die Werte in die Rationserstellung einfließen.

Grassilage und Kleegrassilage 1. Schnitt 2018 in der Oberpfalz

Bis 10. September 2018 wurden im Bereich des Erzeugerringes Oberpfalz 74 Grassilageproben und 31 Kleegrassilageproben der Ernte 2018 in Grub untersucht.
Die Trockenmasse mit 351 g/kg FM (Frischmasse) bzw. 334 g/kg FM spiegelt ausreichend gute Anwelkbedingungen wieder, auch der Rohaschegehalt von 92 g/kg TM (Trockenmasse) bzw. 99 g/kg TM spricht für gute bzw. durchschnittliche Erntebedingungen. Die Erträge des ersten Schnitts 2018 waren gut.
Die Rohproteingehalte sind mit 182 bzw. 186 g/kg TM um gut 20 g/kg TM höher wie im Vorjahr und damit auch deutlich über dem Orientierungswert von 160 g/kg TM. Der RNB Wert liegt jeweils bei 7 g/kg TM. In den Rationen kann deshalb meistens Rohprotein übers Kraftfutter eingespart werden.
Die Rohfasergehalte liegen mit 240 bzw. 234 g/kg TM noch im angestrebten Bereich für den ersten Schnitt. Die ADFom mit 294 bzw. 287 g/kg TM deutet aber schon auf beginnende Verholzung hin.
2018 sind in vielen Silagen des ersten Schnittes wieder hohe Zuckergehalte vorzufinden. Insgesamt liegen die Werte im Schnitt bei 61 g/kg TM, und damit in einem leicht überdurchschnittlichen Bereich. Allerdings können einzelne Silagen durchaus höhere Restzuckergehalte aufweisen. Ursache für hohe Zuckergehalte in Silagen sind starke Sonneneinstrahlung am Tag und niedrige Temperaturen in den Nächten. Dadurch kann der tagsüber erzeugte Zucker nachts nur teilweise in Gerüstsubstanzen umgebaut werden.
Bei hohen Zuckergehalten in der Grassilage steigt das Risiko der Nacherwärmung. Bei der Rationsgestaltung ist die Menge der pansenabbaubaren Kohlehydrate durch Ersatz von Getreide durch Körnermais und Melasseschnitzel zu begrenzen und auf ausreichend Struktur zu achten.
Der Energiegehalt beträgt 6,1 bzw. 6,35 MJ NEL und ist damit noch in einem guten Bereich.
Futterqualitäten des 1. Schnitts in der Oberpfalz 2018
Oberpfalz
1. Schnitt 2018
Trockenmasse in g/kg FM Rohasche in g/kg TM Rohprotein in g/kg TM Rohfaser in g/kg TM ADFom g/kg TM Energie in MJ NEL je kg TM RNB je kg TM
Grassilage 74 Proben 351 92 182 240 294 6,11 +7
Kleegrassilage 31 Proben 334 99 186 234 287 6,35 +7
Orientierungswerte laut Futterwerttabelle 300-400 <100 160-170 220-250 <270 >6,4

So sieht es in den Regionen des Fachzentrum Rinderhaltung Cham aus:

Futterqualitäten des 1. Schnitts in der Oberpfalz 2018
Fachzentrum Cham
1. Schnitt 2018 Grassilage
Trockenmasse in g/kg FM Rohasche in g/kg TM Rohprotein in g/kg TM Rohfaser in g/kg TM ADFom g/kg TM Energie in MJ NEL je kg TM RNB je kg TM
Amberg/Amberg-Sulzbach 313 90 163 248 293 6,12 +4
Cham 348 96 181 246 299 6,02 +7
Freyung-Grafenau 397 101 193 228 283 6,20 +8
Neustadt WN/Weiden 346 94 183 242 301 5,95 +7
Regen 391 106 188 243 299 6,06 +8
Regensburg Stadt und Land 337 100 179 243 294 5,99 +7
Schwandorf 371 86 177 237 294 6,19 +6

Grassilage und Kleegrassilage 2. Schnitt 2018 in der Oberpfalz

Der zweite Schnitt 2018 wurde unter anderem aufgrund der Erfahrungen des Vorjahres zügig geerntet. Der Ertrag des 2. Schnitts war aufgrund der Dürre regional sehr unterschiedlich. Die Anwelkbedingungen waren recht trocken. Das belegen auch die 382 bzw. 384 g/kg FM Trockenmassegehalt und die guten Rohaschewerte von weniger als 100 g /kg TM.
Im Erzeugerring wurde bisher 27 Grassilageproben und 9 Kleegrassilageproben analysiert. Die Energiewerte sind im Schnitt mit 5,74 bzw. 5,81 MJ NEL je kg TM etwas dürftig. Das Rohprotein wurde dennoch ausreichend gebildet. Die Werte mit 164 bzw. 174 g/kg TM sind ordentlich. Die Zuckergehalte sind mit 58 bzw. 74 g/kg TM recht hoch. Der ADFom Wert liegt bei 321 bzw. 306 g/kg TM. Werte oberhalb 270 g/kg TM deuten auf einen etwas zu späten Schnitttermin hin oder belegen vielfach die trockenheitsbedingte frühzeitige Abreife des Grünlandbestands. Im Einsatz in Milchviehrationen sollte auf ausreichende Energiezufuhr geachtet werden. Die Silage 2. Schnitt 2018 sollte mit Stroh nicht gestreckt werden.
Futterqualitäten des 2. Schnitts in der Oberpfalz 2018
Oberpfalz
1. Schnitt 2018
Trockenmasse in g/kg FM Rohasche in g/kg TM Rohprotein in g/kg TM Rohfaser in g/kg TM ADFom g/kg TM Energie in MJ NEL je kg TM RNB je kg TM
Grassilage 27 Proben 382 83 164 251 321 5,74 +5
Kleegrassilage 9 Proben 384 95 174 248 306 5,81 +6
Orientierungswerte laut Futterwerttabelle 300-400 <100 160-170 220-250 <270 >6,1

Grassilage 3. Schnitt 2018 in Bayern

Für den dritten Schnitt 2018 sind insgesamt sehr wenige Proben in der Oberpfalz untersucht. Eine gewisse Aussagekraft über die Futterqualität kann anhand der gesamtbayerischen Auswertungen hergestellt werden. Die Energiegehalte der bayernweit 294 ausgewerteten Proben sind mit durchschnittlich 5,98 MJ NEL/kg Trockenmasse recht ordentlich, trotz der fortgeschrittenen Dürre. Die Rohproteingehalte erreichen 169 g/kg Trockenmasse. Der Rohaschegehalt von 96 g/kg Trockenmasse deutet auf gute und trockene Erntebedingungen hin. Ebenso zeigen die Trockenmassewerte von durchschnittlich 409 g/kg FM die sehr trockenen Verhältnisse bei der Ernte.
Die Zuckergehalte liegen bei 80 g/kg TM auf einem hohen Niveau. Trotz der mäßigen Erträge zeigen diese Silagen durchschnittliche Futterqualitäten. Ein höheres Risiko der Futtererwärmung ist bei diesen Silagen zu erwarten. Im Einsatz in Mischrationen wird der höhere TM-Gehalt zu berücksichtigen sein. Mischrationen über 40 % TM werden von Kühen stark selektiert. Zugabe von Melasse oder Wasser zur Bindung kann helfen. Allerdings besteht dann auch eine höhere Gefahr der Futtererwärmung am Futtertisch.
Für den vierten Schnitt 2018 liegen aktuell bayernweit noch zu wenig Ergebnisse vor um eine Aussage treffen zu können. In der Oberpfalz wird aufgrund der Dürre der 4. Schnitt zumeist wohl auch der letzte Schnitt kurz vor Vegetationsende sein.
Futterqualitäten des 3. Schnitts in Bayern 2018
Bayern
3. Schnitt 2018
294 Proben
Trockenmasse in g/kg FM Rohasche in g/kg TM Rohprotein in g/kg TM Rohfaser in g/kg TM ADFom g/kg TM Energie in MJ NEL je kg TM RNB je kg TM
Grassilage 409 96 169 230 298 5,98 +5

Maissilage 2018 in Bayern

Der Silomais ist in der Oberpfalz schätzungsweise zu 90 % geerntet. Die ersten Häcksler wurden schon Ende Juli gesichtet. Daher sind schon einige wenige Proben in der Oberpfalz vorzufinden. Diese werden in der Regel von Trockenstress geplagten Beständen sein und den heurigen Durchschnitt kaum abbilden. In diesem Jahr ist aller Voraussicht mit sehr unterschiedlichen Qualitäten zu rechnen. Eine Futteruntersuchung lohnt.
In ganz Bayern sind aktuell 31 Proben der Maissilage 2018 untersucht. Eine Tendenz ist in Bayern aufgrund der Probenzahl bereits ablesbar.
Die ersten untersuchten Proben wurden mit 356 g Trockenmasse je kg Frischmasse im noch optimalen Bereich geerntet. Wir erwarten jedoch, dass weitere Proben deutlich höhere Trockenmassegehalte aufweisen werden. Der Stärkegehalt liegt bei diesen Proben bei lediglich 268 g/kg Trockenmasse. Der Energiewert ist auch aufgrund der mäßigen Stärkeausstattung mit 6,26 MJ NEL/kg Trockenmasse gering. Wir erwarten deutlich niedrige Energiewerte in allen Maissilagen 2018 als im Vorjahr. Die Abreife der Restpflanze ist fast überall sehr weit fortgeschritten gewesen. Deshalb sind niedrigere Werte bei der enzymlöslichen organischen Substanz (ELOS) und der Verdaulichkeit zu erwarten. Allerdings werden die Futterqualitäten des Silomaises wohl genauso schwanken, wie die Erträge. Futteruntersuchung ist dieses Jahr zwingend!
Futterqualitäten der Maissilage 2018 in Bayern
Bayern
Maissilage 2018
Trockenmasse in g/kg FM Rohasche in g/kg TM Rohprotein in g/kg TM Rohfaser in g/kg TM Stärke g/kg TM Energie in MJ NEL je kg TM RNB je kg TM
Maissilage 31 Proben 356 37 79 230 268 6,26 -8
Orientierungswerte laut Futterwerttabelle 300-380 <40 77 170-210 >300 >6,6

Dürre 2018 - Futterqualitäten von Winterzwischenfrüchten der Ernte 2018 in der Oberpfalz

Der Anbau von Zwischenfrüchten zu Futterzwecken ist ein gängiges Mittel, um Futterreserven aufzubauen. Unterschieden werden Sommerzwischenfrüchte mit Nutzung noch im Anbaujahr und Winterzwischenfrüchte mit Nutzung erst nach dem Winter.
Im Gruber Futtermittellabor wurden 2018 einige Futterproben von Winterzwischenfrüchten mit Ernte im Frühjahr 2018 abgegeben. Hieraus lässt sich der Futterwert von Winterzwischenfrüchten ableiten. Im Vergleich ist in der Tabelle auch Getreide-Ganzpflanzensilage mit aufgeführt. Aufgrund der schwachen Energieausbeute von Getreide-GPS, ist ein gezielter Anbau von Zwischenfrüchten weitaus besser, als vorm Winter Getreide auszusäen, um dieses dann aufgrund von Futtermangel vorzeitig zu häckseln.
Futterqualitäten von ausgewählten Winterzwischenfrüchten, Kleegras und GPS der Ernte 2018
Bayern
Ernte 2018
Trockenmasse in g/kg FM Rohasche in g/kg TM Rohprotein in g/kg TM Rohfaser in g/kg TM ADFom g/kg TM Energie in MJ NEL je kg TM RNB je kg TM
Weidelgrassilage 340 95 156 239 284 6,15 +3
Grünroggensilage 278 95 118 293 346 6,23 -2
Kleegrassilage 1. Schnitt 325 105 163 228 282 6,24 +4
GPS Roggen/Triticale 391 57 85 271 344 5,32 -4
GPS Gerste 369 76 91 262 330 5,25 -3

Abkürzungen

  • TM: Trockenmasse
  • RP: Rohprotei
  • nXP: Nutzbares Rohprotein
  • RNB: Ruminale Stickstoffbilanz
  • ADForg: Säure Detergenzienfaser organisch
  • NDF org: neutrale Detergenzienfaser organisch
  • NEL: Netto-Energie-Laktation
  • Ca: Calzium
  • P: Phosphor
  • Mg: Magnesium
  • Na: Natrium
  • K: Kalium