Auszug der Ausgabe Februar 2018
Infobrief Fachzentrum Rinderhaltung Cham

Inhalte:

Futteruntersuchungsergebnisse 2017
Beratungsangebote für die Umstellung auf Laufstall
Rückblicke auf die Milchviehtage in den Regionen

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Silageernte
Futteruntersuchungsergebnisse 2017
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Grassilage: Erster Schnitt 2017

Mittlerweile wurden im Bereich des Erzeugerringes Oberpfalz 361 Grassilageproben des 1. Schnittes in Grub untersucht. Die Trockenmasse mit 333 g/kg FM (Frischmasse) spiegelt ausreichend gute Anwelkbedingungen wider, auch der Rohaschegehalt von 96 g/kg TM (Trockenmasse) spricht für gute Erntebedingungen und gute Erträge im ersten Schnitt. Die Rohproteingehalte sind mit 164 g/kg TM ähnlich wie im Vorjahr und knapp über dem Orientierungswert von 160 g/kg TM. Die Rohfasergehalte liegen mit 233 g/kg TM noch im unteren angestrebten Bereich für den ersten Schnitt. Die ADFom mit 284 g/kg TM deutet aber schon auf beginnende Verholzung hin.
Nach den Jahren 2011 und 2014 wiederholen sich 2017 vielfach hohe Zuckergehalte in der Grassilage des ersten Schnittes. Die Werte liegen im Schnitt bei überdurchschnittlichen 64 g/kg TM. Maximalwerte erreichen sogar 200 g/kg Trockenmasse. Ursache für hohe Zuckergehalte in Silagen sind starke Sonneneinstrahlung am Tag und niedrige Temperaturen in den Nächten. Dadurch kann der tagsüber erzeugte Zucker nachts nur teilweise in Gerüstsubstanzen umgebaut werden. Bei hohen Zuckergehalten in der Grassilage steigt das Risiko der Nacherwärmung. Bei der Rationsgestaltung ist die Menge der pansenabbaubaren Kohlehydrate durch Ersatz von Getreide durch Körnermais und Melasseschnitzel zu begrenzen und auf ausreichend Struktur zu achten. Der Energiegehalt beträgt 6,18 MJ NEL und ist damit noch in einem guten Bereich.

Grassilage: Folgeschnitte 2017

Der zweite Schnitt 2017 wurde unter anderem aufgrund der Erfahrungen des Vorjahres zügig geerntet. Die Energie- und Rohproteingehalte sind für den zweiten Schnitt akzeptabel. Der Rohaschegehalt ist etwas erhöht.
Für den dritten Schnitt 2017 sind aktuell 123Proben aus der Oberpfalz untersucht. Die Energiegehalte sind mit durchschnittlich 5,64 MJ NEL/kg Trockenmasse gering, die Rohproteingehalte sind mit 168 g/kg Trockenmasse überdurchschnittlich. Der Rohaschegehalt von 118 g/kg Trockenmasse deutet auf Verschmutzungen bei der Ernte und mäßigen Ertrag hin.
Für den vierten Schnitt 2017 liegen inzwischen genügend Ergebnisse vor um erste Aussagen treffen zu können. Trotz ausreichend hohem Anwelkgrad mit durchschnittlich 303g/kg Frischmasse liegt der Rohaschegehalt in den Proben relativ hoch. Die Energiegehalte sind überwiegend besser als 6 MJ NEL/kg Trockenmasse. Die Rohproteinwerte liegen mit 166 g/kg Trockenmasse in einem akzeptablen Bereich.

Maissilage 2017

Bei der Maissilage 2017 sind aktuell 554 Proben aus der Oberpfalz untersucht. Die untersuchten Proben wurden mit 337 g Trockenmasse je kg Frischmasse im optimalen Bereich geerntet und zeigen höchst erfreuliche Qualitäten. Sowohl der Stärkegehalt von 335 g/kg Trockenmasse als auch der Energiegehalt von 6,96 MJ NEL/kg Trockenmasse liegen höher als im Vorjahr. Die Restpflanze trägt aufgrund des niedrigen Rohfasergehalts und der hohen enzymlöslichen organischen Substanz (ELOS) und der damit guten Verdaulichkeit zu einem hohen Energiegehalt bei.
Fressende Kühe im Stall
Beratungsangebote zur Umstellung auf Laufstallhaltung
Das Fachzentrum Rinderhaltung Cham unterstützt Betriebe in ihren Zukunftsplanungen. Dazu haben wir bereits Lehrfahrten zu Betrieben organisiert, die den Schritt raus aus der Anbindehaltung realisiert haben. Im Jahr 2018 werden von unserer Seite noch weitere Lehrfahrten angeboten. Besuchen Sie dazu unsere Veranstaltungseite:

Rückblicke

Rückblick auf die Milchviehtage und Bäuerinnentage
Das Fachzentrum Rinderhaltung in Cham organisierte mit seinen Ansprechpartnern an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Milchviehtage und Bäuerinnentage. Die Milchviehtage als auch die Bäuerinnentage hatten im Beratungswinter 2017/2018 ihren Schwerpunkt in der Tiergesundheit und im Tierwohl.

Milchviehtag in Eppenschlag

Der Milcherzeugertag in Eppenschlag für die Landkreise Regen und Freyung-Grafenau hatte das Motto "Die Kuh im geburtsnahen Zeitraum". Er fand am 28. November 2017 vormittags in der Gaststätte "Zum Obern´n Wirt" in Eppenschlag statt. Als Referenten waren Dr. Matthias Hoops vom TGD Deggendorf und der LKV Haltungsberater Anton Huber geladen. Sie informierten über die Tiergesundheit, die Fütterung und den Kuhkomfort rund um den Abkalbetermin. Josef Niedermeier vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen informierte über die Fördermöglichkeiten von Investitionen ins Tierwohl. Nachmittags folgte ein Praxisseminar am Betrieb Loibl in Almosenreuth mit dem Haltungsberater Anton Huber.

Milchviehtag in Wernberg

Der Milcherzeugertag Wernberg für die Landkreise Schwandorf und Neustadt an der Waldnaab hatte zum Motto "Die Kuh im geburtsnahen Zeitraum". Er fand am 30. November 2017 vormittags in der Gaststätte Zehentbartl statt. Als Referenten waren Dr. Stefan Paarmann vom TGD Schwandorf und LKV Haltungsberater Sebastian Hösl geladen. Den Abschluss bildete ein Praktikerbericht von Milchviehhalter Wolfgang Blödt aus Trichenricht. Er empfahl eine extra Anfütterungsgruppe vor dem Abkalben, um die Kühe auf die Ration in der Laktation bestens vorzubereiten.

Milchviehtag in Cham

Claudia Hierstetter, Franz Obeth, Sebastian Hösl, Dr. Stefan Paarmann, Georg DietlZoombild vorhanden

Die Referenten des Tages

Auch der Milchviehtag in Cham für die Landkreise Cham und Regensburg im Hotel Regenbogen hatte das Oberthema "Die Kuh im geburtsnahen Zeitraum". Er fand am 12. Dezember 2017 statt. Fachzentrumsleiter Georg Dietl eröffnete und moderierte die Veranstaltung. Dr. Stefan Paarmann vom TGD Schwandorf berichtete, welche Möglichkeiten der Milchviehhalter hat, damit die Kuh möglichst stressfrei und frei von Stoffwechselerkrankungen in die Laktation starten kann. Haltungsberater Sebastian Hösl informierte über die vielfältigen Möglichkeiten den Kuhkomfort im Laufstall und im Anbindestall zu verbessern. Den Praktikerbericht übernahm Franz Obeth aus Hemau. Er empfahl den Zuhörern, unter ihnen das 1. Semester der Landwirtschaftsschule Cham, grundsätzlich am Beginn der Trockenstehzeit eine Klauenpflege durchzuführen.

Milchviehtag in Amberg

Der Milcherzeugertag des Fachzentrums Cham mit dem AELF Amberg fand in Verbindung mit der Kreisrinderzuchtgenossenschaftsversammlung am 17. Januar 2018 statt. In der Versammlung referierte LKV-Haltungsberater Sebastian Hösl über Möglichkeiten zur Verbesserung des Tierwohls in Rinderställen. Am Nachmittag besichtigten die Rinderhalter dann den Betrieb Beck in Alt-Eglsee. Sebastian Hösl zeigte vor Ort seine Gerätschaften zur Analyse des Stallklimas und gab den interessierten Landwirten viele Tipps rund ums Thema Kuhkomfort. Bei der Stallbesichtigung konnte noch der Futteranschieberoboter sowie das automatische Melksystem bei ihrer Arbeit bestaunt werden. Josef Schmidt vom AELF Amberg bedankte sich auch im Namen des Fachzentrums Rinderhaltung Cham bei Familie Beck.

Bäuerinnentag in Zandt

Viele Bäuerinnen folgten der Einladung
Am 21. November 2017 fand der 4. Bäuerinnentag im Landkreis Cham statt. Katharina Wals vom Fachzentrum Rinderhaltung begrüßte über 50 Teilnehmerinnen im Hotel Restaurant Früchtl in Zandt. Dr. Theodor van Halsema referierte über "Kuhsignale – erkennen und deuten". Der Tierarzt ist Geschäftsstellenleiter des TGD Kempten und aktiv in der Fachabteilung Rindergesundheit. In seinem Vortrag gab er viel praktisches Wissen rund um die fachliche Beobachtung von Kühen mit.
Beim Mittagessen kam auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Bäuerinnen nicht zu kurz. Am Nachmittag beschäftigten sich die Teilnehmerinnen dann mit der eigenen Gesundheit. Franz Ziegler, Präventionsberater bei der SVLFG, zeigte Möglichkeiten im "Umgang mit Stress und Stressbewältigung". Sein Kollege Meinrad Fußeder zeigte Bewegungsübungen, die in Stresssituationen entspannen. Er verwies auf den großen Wert von Sport zur Stressbewältigung und meinte damit ausdrücklich nicht die tägliche Arbeit auf dem Betrieb.

Bäuerinnentag in Kohlberg

Redner spricht neben Projektion an der Wand zu Publikum
Am 16. November 2017 fand im Gasthaus Frieser in Kohlberg ein Bäuerinnentag zum Thema "Erfolgreiches Fruchtbarkeitsmanagement" mit Referent Christian Büttel vom Fruchtbarkeitsservice des Besamungsvereins Neustadt a. d. Aisch e.V. statt. Probleme mit der Fruchtbarkeit gehören neben Euter- und Klauenerkrankungen zu den Hauptabgangsursachen in den heutigen Milchviehherden. Ein gutes Fruchtbarkeitsmanagement ist daher unerlässlich.
In seinem Vortrag erläuterte der Diplomingenieur die Funktionsweise der weiblichen Geschlechtsorgane und erklärte Zusammenhänge mit dem Stoffwechselhaushalt einer Milchkuh. Mit seinem fundierten Fachwissen hätte Herr Büttel inhaltlich ein Ganztagesseminar füllen können. Deshalb nutzen die Bäuerinnen in kleinem Kreis die Gelegenheit, mit dem Referenten intensiv zu diskutieren und stellten eifrig Fragen.
Den Nachmittag gestalteten die beiden Präventionsberater bei der SVLFG von Franz Ziegler und Meinrad Fußeder mit dem Thema "Umgang mit Stress und Stressbewältigung".