Initiative Laufstall
Lehrfahrt: Raus aus der Anbindehaltung

Das Fachzentrum Rinderhaltung Cham organisierte im Rahmen der Initiative Laufstallberatung Bayern des Staatsministeriums im Herbst 2017 die bereits zweite Lehrfahrt zu Milchviehbetrieben, die den Umstieg von der Anbindehaltung auf Laufstallhaltung erfolgreich gemeistert haben.
Die Teilnehmer konnten sowohl Neu-, An- als auch Umbauten unter die Lupe nehmen. Bauberater Hans Höcherl vom Rinderfachzentrum und Gerhard Schwarz von der Beratungsabteilung des Landwirtschaftsamtes Weiden standen zusätzlich mit Rat zur Seite.
LaufhofZoombild vorhanden

Blick in den Laufhof der Familie Beutner

Der Umstellung auf Laufstallhaltung folgte später die Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise
Fachzentrumsleiter Georg Dietl begrüßte die zum Teil weitgereisten Teilnehmer der Fahrt am Betrieb Beutner in Mallersricht. Ein Anbau einer vierreihigen Liegehalle machte den Einstieg in die Laufstallhaltung möglich. Der Bestand umfasst derzeit ca. 55 Milchkühe. Die Jungviehaufzucht wurde ausgelagert. Familie Beutner entschied sich zudem für eine Umstellung in die Biomilchproduktion. Ein Laufhof wurde errichtet um den Vorgaben der Richtlinie für ökologische Milchviehhaltung zu entsprechen. Gemolken wird im Doppel 5er Fischgrätenmelkstand. Als Vorwartebereich dient der Liegehallenanbau.
LiegehalleZoombild vorhanden

Anbau einer zweireihigen Liegehalle bei Familie Lindner

Die Arbeitserleichterung stand im Vordergrund der Investitionsentscheidung
Am Betrieb Lindner im selben Dorf entschied sich Betriebsleiter Lindner bewusst für den Umbau des alten Anbindestalls in einen Laufstall und den Anbau einer zweireihigen Liegehalle für nun insgesamt 35 Kühe. Hauptziel war die Arbeitserleichterung bei der Stallarbeit. Das sei gelungen, meinte der Betriebsleiter sichtlich stolz. Familie Lindner realisierte mit viel Eigenleistung die Um- und Anbauten. Die Trockensteher sind auf Fressliegebuchten aufgestallt. Gemolken wird im Doppel 4er Fischgrätenmelkstand.
LiegeboxZoombild vorhanden

Tiefboxen in der Liegehalle Bei Meißner in Tröglersricht

Von der Anbindehaltung zum Automatischen Melksystem
Nach dem Mittagessen führte die Fahrt zum Betrieb Meißner in Tröglersricht. Der findige Landwirt baute seinen Anbindestall durch Öffnung einer Seitenwand, aber auch durch Anbau einer dreireihigen Liegehalle zum Laufstall um. Die Stallkapazitäten erweiterte er so auf nun 70 Milchkühe. Bei der Melktechnik entschied sich die Familie gleich für ein Automatisches Melksystem der Firma Lemmer Fullwood. Die Umstellungsphase war sehr nervenzehrend, so der Betriebsleiter. Aber mittlerweile sind sowohl die Kühe als auch die Betriebsleiterfamilie mit der Melktechnik bestens vertraut.
Fressgang

Heller und luftiger Laufstall bei Familie Meißner in Lerau

Der Futtertisch im alten Anbindestall wird auch weiterhin genutzt
Letzte Station des Tages war der Betrieb Meißner in Lerau. Die Betriebsleiterfamilie entschied für den Anbau eines Laufstallgebäudes an den bestehenden Anbindestall. Der Futtertisch im Anbindestall dient als zweiter Futtertisch. Die Anbindeplätze wurden zu Freßplätzen umgestaltet. Herzstück des Milchviehstalls ist der Doppel 10 Side-by-Side Melkstand mit Schnellaustrieb. Die Melkzeit sollte unter einer Stunde betragen, so der Betriebsleiter, und so entspannt wie möglich ablaufen. Besonders beindruckte der Hubboden in der Melkergrube. Damit kann je nach Größe des Melkers die Standhöhe variiert werden, gut für Schulter und Rücken des Melkers.
Das Fachzentrum Rinderhaltung bedankt sich nochmals ausdrücklich bei den vier Betriebsleiterfamilien für die Bereitstellung ihres Betriebs und bei Berater Gerhard Schwarz für die Vorbereitung der Lehrfahrt.